1. Anzahl und Zulassung nach ECE-R48
Die ECE-Regelung Nr. 48 (ECE-R48) legt in § 6.4 fest, wie viele Rückfahrscheinwerfer an einem Fahrzeug zulässig und vorgeschrieben sind. Die Anforderungen unterscheiden sich nach Fahrzeuglänge:
- 1 Fahrzeuge bis 6 m Länge: 1 Rückfahrscheinwerfer vorgeschrieben, 1 weiterer zusätzlich zulässig
- 2 Fahrzeuge über 6 m Länge: 2 Rückfahrscheinwerfer vorgeschrieben, 2 weitere zusätzlich zulässig (als Manövrierscheinwerfer seitlich)
Rückfahrscheinwerfer müssen nach ECE-Regelung Nr. 23 (ECE-R23) bauartgenehmigt sein. Die Regelung legt Lichtstrom, Lichtverteilung, Schutzart und Betriebstemperatur fest. Das Prüfzeichen bestätigt die Zulassung des Baumusters.
Prüfzeichen: Ein ECE-R23-konformes Baumuster trägt ein kreisförmiges Prüfzeichen mit dem Buchstaben E, der Länderkennziffer und der Regelungsnummer 23. Leuchten ohne Prüfzeichen dürfen nicht als Rückfahrscheinwerfer im Straßenverkehr eingesetzt werden.
2. Leuchtentypen: Rückfahrscheinwerfer und Manövrierscheinwerfer
Pflichtleuchte an allen Fahrzeugen nach ECE-R48 § 6.4. Mindestanbauho¨he: 250 mm über der Fahrbahn. Doppelfunktion: Signalisiert Rückwärtsfahren für andere Verkehrsteilnehmer und beleuchtet den Fahrweg hinter dem Fahrzeug. Erzeugt weißes Licht, darf nur bei eingelegtem Rückwärtsgang aktiv sein.
Zusätzliche Leuchten für Fahrzeuge über 6 m Länge (z. B. LKW, Busse, Sattelzug). Werden seitlich angebracht und erleichtern Manövrieren bei niedriger Geschwindigkeit (z. B. beim Rückwärtsfahren auf engem Raum). Ebenfalls ECE-R23-pflichtig.
3. Technische Eigenschaften und Anbauvorschriften
ECE-R23 definiert verbindliche Mindestanforderungen an Lichtverteilung und Anbau. Die nachfolgende Übersicht zeigt die wesentlichen Parameter für Rückfahrscheinwerfer:
4. Vergleich: Arbeitsscheinwerfer vs. Rückfahrscheinwerfer
Arbeitsscheinwerfer und Rückfahrscheinwerfer erfüllen unterschiedliche Anforderungen und unterliegen verschiedenen Regelungen. Der entscheidende Unterschied liegt in der zulässigen Leuchtstärke:
Keine gesetzliche Leuchtstärkenbegrenzung bei Verwendung abseits des öffentlichen Straßenverkehrs (Gelände, Baustellen, Depots). Hohe Lichtleistung zulässig, um den Arbeitsbereich optimal auszuleuchten. Auf öffentlichen Straßen muss der Scheinwerfer abgeschaltet oder abgedeckt sein, sobald andere Verkehrsteilnehmer geblendet werden könnten.
Begrenzte maximale Leuchtstärke nach ECE-R23, um Blendung des Nachfolgeverkehrs zu verhindern. Die Leuchte muss gleichzeitig ausreichend Licht für den Fahrweg liefern und darf den Gegenverkehr nicht blenden. Ausschließlich im Straßenverkehr mit eingelegtem Rückwärtsgang aktiv.
Fazit: Ein Arbeitsscheinwerfer darf nicht als Rückfahrscheinwerfer verwendet werden, da er keine ECE-R23-Zulassung besitzt und die Blendschutzanforderungen für den öffentlichen Straßenverkehr nicht erfüllt. Umgekehrt ist ein Rückfahrscheinwerfer für die Ausleuchtung von Arbeitsbereichen in der Regel zu lichtschwach.
Quellenangabe & Hinweis
Rechtsgrundlagen:
• ECE-Regelung Nr. 23 (UN/ECE-R23) – Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Rückfahrscheinwerfern für Kraftfahrzeuge und Anhänger
• ECE-Regelung Nr. 48 (UN/ECE-R48) – Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Fahrzeugen hinsichtlich des Anbaus der Beleuchtungs- und Lichtsignaleinrichtungen, insbesondere § 6.4 (Rückfahrscheinwerfer)
• § 52 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) – Sonstige Leuchten und Einrichtungen
Hinweis: Diese Information dient der allgemeinen Orientierung. Rechtsverbindliche Aussagen zur Zulässigkeit einer konkreten Leuchte am konkreten Fahrzeug können nur auf Basis der Einzelgenehmigungsurkunde und in Abstimmung mit der zuständigen Behörde getroffen werden. LED-MARTIN GmbH übernimmt keine Haftung für die Vollständigkeit oder Aktualität der dargestellten Informationen.
Beratung: Bei Fragen zur Auswahl ECE-R23-zugelassener Rückfahrscheinwerfer steht Ihnen unser Fachteam gerne zur Verfügung. Wir unterstützen Sie bei der Auswahl der richtigen Leuchte für Ihr Fahrzeug – vom Transporter bis zum Schwertransport.
Reverse lights: What is allowed?
Definition of Terms: Work Lights? Reversing Lights? Maneuvering Lights?
The question of the difference between a work light and a reversing light is quite easy to answer: A reversing light switches on together with the reverse gear, whereas a work light is activated via a button. Furthermore, a reversing light must be approved according to ECE-R23.
Legally, the consequences of this distinction are also easy to summarize. Work lights may not be used while driving on public roads and are therefore generally not suitable as maneuvering lights.
What Is Mandatory for Reversing Lights?
For good reason, every motor vehicle—except for two-wheelers—must be equipped with reversing lights: not only do they make it easier to detect obstacles when reversing by providing better illumination, they also alert other road users and pedestrians that a vehicle is backing up.
However, whether a single reversing light is sufficient or multiple are required depends on the vehicle's length: for tractors and other vehicles such as self-propelled work machines with a length of less than six meters, one reversing light is sufficient. For trucks and other vehicles longer than six meters, two reversing lights are mandatory.
What Is Allowed?
The legislator has not only defined the minimum number of maneuvering lights but also the maximum number permitted. Once again, this is based on the vehicle's length. Each reversing light must have an E-mark in accordance with ECE-R23.
For trucks and other vehicles longer than six meters, in addition to the two reversing lights at the rear, two additional rear-facing lights may be used as reversing lights. These can also be mounted on the sides of the vehicle, provided they are directed toward the rear. In contrast, vehicles under six meters in length may only have one additional reversing light mounted at the rear of the vehicle.
Why Use LED Reversing Lights?
At first glance, reversing lights may seem like a relatively unimportant component of vehicle lighting. For trucks that primarily operate on well-lit roads or company premises, or are only used for daytime delivery routes, that assumption might not be entirely wrong. Nevertheless, LED reversing lights are still highly recommended.
Trucks often reverse, and especially during maneuvering, frequently shift between reverse and forward gears. This frequent switching places considerable strain on traditional halogen bulbs, requiring them to be replaced more often—resulting in added cost and effort, not to mention potential liability issues in the event of an accident involving a defective reversing light. Here, LED maneuvering lights stand out with their long lifespan and maintenance-free operation.
If you have any further questions or require more detailed technical information on this topic, you can contact our team of experts at any time.
Based on experience, legal regulations change irregularly, therefore LED-MARTIN GmbH cannot guarantee the completeness of the information presented here.